Seminar: Eltern sein in Deutschland

Das Seminar richtet sich an Eltern mit Migrationshintergrund, insbesondere mit Problemen bei der Bewältigung von Konflikten und Krisen auf Eltern- und Paarebene. Grundsätzlich ist jeder Mensch bedingt durch seine kulturelle Herkunft, Umwelt und ganz individuelle Biographie, sozial geprägt. Daran geknüpft sind Selbst- und Weltbild, Rollenverständnis sowie Erwartungen an die Außenwelt.


Das Seminar informiert, klärt auf und stärkt die teilnehmenden Personen, um eine gesunde Kommunikation in ihren Familien zu praktizieren und adäquate Bewältigungsstrategien von Konflikten und Krisen zu erlernen mit dem Ziel, Gewalt in jeglicher Hinsicht zu vermeiden. Zur Erreichung der Ziele wird mit unterschiedlichen kultursensiblen Methoden und systemischen Interventionsformen gearbeitet.

Inhalte und Ablauf

  • Familie/Kindheit und damit verbundene Werte
  • Kinder- und Frauenrechte
  • Personensorge & Aufsichtspflicht
  • Grenzen setzen –aber wie?
  • Sensibilisierung für kindliche Bedürfnisse, Ressourcen erkennen und fördern
  • Sinnvolle & aktive Freizeitgestaltung
  • Schule und Bildungssystem / Erwartungen der Lehrer an die Eltern
  • Trauma und Folgen von Trauma
  • Was stärkt traumatisierte Personen / Kinder
  • Was stärkt Kinder, wenn sie von Rassismus betroffen sind?
  • Was ist Gewalt (Gewaltformen) und Folgen von Gewalt
  • Gesetzliche Grundlagen und Möglichkeiten bei häuslicher Gewalt
  • Wie kann Erziehung ohne Gewalt gelingen?
  • Pubertät und die besonderen Herausforderungen für Familien mit Migrationshintergrund (Umgang mit den „Freiheiten“ der Töchter und den „Erwartungen der Söhne“)

 

Das Seminar ist wie ein Baukastensystem aufgebaut. Ein Modul hat die Dauer von ca. 2 Stunden. Jedes Modul beinhaltet theoretisches Wissen und praktische Übungen. Die Module können in wöchentlichen Abständen stattfinden oder zusammengefasst werden, so dass die Inhalte in zwei bis drei entsprechend längeren Workshops stattfinden.

Workshop Weltenbürger

Anerkennung und Würdigung von Gleichheit, Verschiedenheit und Einmaligkeit

 

Dank des Witty-Jugendförderpreises konnten wir mit dem Workshop Weltenbürger loslegen. Der erste Workshop war ein voller Erfolg! Die jugendlichen Teilnehmer haben hochengagiert in Eigenregie ein kleines youtube – Video erstellt… https://www.youtube.com/watch?v=M-mBZkj0eSo

 

Die Grundidee des Workshops war es, verschiedene Zielgruppen zusammen zu bringen. Oftmals bewegen sich Deutsche, Jugendliche mit Migrationshintergrund und geflüchtete Jugendliche in unterschiedlichen Peergroups. Um auf der einen Seite vorhandenen Vorbehalten zu begegnen und auf der anderen Seite Integration zu ermöglichen, hatten die jungen Menschen im Rahmen des Workshops Weltenbürger die Möglichkeit, gemeinsam an verschiedenen Themen (Gefühle, Bedürfnisse, Ressourcen, Grenzsetzung, etc.) zu arbeiten und dabei jeweils Vorurteile über andere Bevölkerungsgruppen zu überprüfen. Durch die Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen, sowie deren Regulationsmöglichkeiten, hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich selbst besser einschätzen zu lernen und sich mit ihren Stärken und Schwächen anzunehmen. Das Motto hierbei ist: „wer sich selbst akzeptiert, kann auch andere einfacher akzeptieren.“

 

In vier Tagen wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt und visualisiert. Persönliche Eigenschaften, Gefühle und Bedürfnisse, sowie Wünsche für die Zukunft wurden im Weltenbürgerpass gesammelt, der am letzten Tag jedem Teilnehmer überreicht wurde.

 

Im Herbst findet ein 2. Workshop statt.

 

Als gemeinsamer Abschluss ist eine Vernissage geplant (Termin wird noch bekannt gegeben), bei dem die Teilnehmer ihrer Ergebnisse präsentieren und auch Besucher eingeladen werden, eigene Vorurteile zu überprüfen und Gemeinsamkeiten zu entdecken!

Menschenrechte

„Jeder Mensch hat ein Recht auf eine freie und gerechte Welt. Wir alle haben das Recht auf eine Gesellschaft und eine Welt, in der die Menschen- und Freiheitsrechte voll verwirklicht werden können“

Artikel 28, Menschenrechte

 

Die Geschichte und Vergangenheit lehrte uns, dass wir auf politische und gesellschaftliche Veränderungen und Lagen aufmerksam sein und diese auch kritisch hinterfragen müssen. Auch unsere heutige Zeit ist geprägt von Unruhen, Kriegen und Unsicherheiten.

 

Gleichheit, Freiheit und Teilhabe sind die Überbegriffe unserer Grundrechte in Deutschland. Rechte, die viele anderen Menschen auf dieser Welt verwehrt bleiben. Die Mehrzahl der Menschen die in Deutschland/Europa Schutz suchen, sind Menschen die lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt waren. Schutz und Rechte für ihr Leben, ihre Volks- und Religionszugehörigkeit, sowie das Recht Zugang zur Bildung zu erlangen, wurden ihnen ein Leben lang verwehrt und viele von ihnen wurden für das Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit mit körperlichen, sowie seelischen Konsequenzen bestraft, mit welchen sie noch hier in Deutschland zu kämpfen haben. Aber auch wenn sie in Deutschland angekommen sind, können sie noch nicht zur Ruhe kommen. Die gesellschaftlichen Stimmungen bezüglich der Flüchtlingssituation, machen den Jugendlichen stark zu schaffen. Sie haben den Wunsch und das Bedürfnis ein Zeichen zu setzen. Gerechtigkeit, Freiheit und Akzeptanz, Schutz und Sicherheit sind die Gründe, warum sie ihre Herkunftsländer noch als Kinder verlassen mussten um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Für diese Entscheidung ließen sie, falls noch vorhanden, ihre Familien zurück und machten sich alleine auf den gefährlichen Weg nach Deutschland. Sie leben mit der ständigen Angst einer Asylantragsablehnung und einer daraus resultierenden Abschiebung, die sie zurück in ein Land schickt, in dem sie niemanden mehr haben und/oder ihnen, nach eigener Aussage,  Haft, die Todesstrafe oder die Steinigung droht.

 

Unsere Wohngruppe Passarello bietet unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ein Zuhause und einen Ort, an welchem sie zur Ruhe kommen können und das erlebte verarbeiten und sich auf ihr neues Leben in Deutschland vorbereiten können. Mit unserem Projekt und unserer Broschüre, welche durch eine internationale Kooperation bereichert wurde, möchten wir auf die Menschenrechte aufmerksam machen und die Gesellschaft dafür sensibilisieren, dass die Menschenrechte uns alle betreffen. Das Projekt wurde im Rahmen meines Studiums „Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit“ der Hochschule Kempten durchgeführt. Wir bedanken uns herzlichst bei allen, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben. Ohne Euch wäre das Projekt in diesem Umfang nicht möglich gewesen.

 

Herzlichen Dank!

 

Cosima Marie Hipp

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