Interkulturelle Sozialpädagogische Familienhilfe

Das Ziel der interkulturellen sozialpädagogischen Familienhilfe ist die Befähigung zu einer selbstständigen Lebensbewältigung sowie zur Selbsthilfe unter Berücksichtigung ihrer individuellen, sozialen und kulturellen Ressourcen.

Damit verbunden ist das Schaffen von Perspektiven und realistischen Zielen.

Die Familien sollen dazu befähigt werden, sich in unserer Gesellschaft mit den hier geltenden Werten, Normen und gesetzlichen Grundlagen gut zurechtzufinden. Das Ziel ist eine gelingende Integration in die deutsche Gesellschaft und Kultur.

Die interkulturelle sozialpädagogische Familienhilfe soll durch intensive Betreuung und Begleitung Familien - insbesondere mit migrationsspezifischen Problemen - bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen, in Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben.

Sie richtet sich an:

  • Kinder, Jugendliche und Familien, insbesondere mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte
  • Alleinerziehende, binationale Familien

  Ziele:

  • Vermittlung von in Deutschland geltenden Werten, Normen und rechtlichen Grundlagen

(z.B. Kinderrechte, Gleichstellung der Frau, Scheidung, Sorgerecht, ...)

  • Wissen über die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Gegebenheiten
  • Information über Schul- und Bildungssysteme, erziehungsrelevante Institutionen
  • Bewusstmachung elterlicher Aufgaben und Rollen
  • Aufbau und Erhalt einer strukturierten und verbindlichen Alltagsgestaltung
  • Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung
  • Erlernen von alternativen Lösungsstrategien für Erziehungsprobleme
  • Gewaltfreie Konfliktbewältigung
  • Erlernen von Deeskalationsstrategien in akuten (Eltern-, Kind-)Konflikten
  • Sensibilisierung für Missbrauchsgefahr (sexueller Missbrauch)
  • Angemessener Umgang mit Medien
  • Anregungen zur familiären Freizeitgestaltung
  • Bewusstmachung von Folgewirkungen einer eventuellen Traumatisierung
  • Bewältigung und Befähigung zum Umgang mit der Biographie und traumatischen Erfahrungen, der Trennung von der Familie, der Fluchtgeschichte und evtl. existierende Zwangskontexte
  • Wissen über geschlechtsspezifische und sexualpädagogische Themen, wie Infektionsschutz, HIV, Aufklärung, Verhütung etc.
  • Unterstützung in der Identitätsentwicklung, positives Selbstbild, emotionale und psychische Stabilität und Sicherheit, Ressourcenaktivierung
  • Beratung, Begleitung bei Ämter-Angelegenheiten
  • Einbindung der Familie in den Sozialraum
  • Auseinandersetzung und Vorbereitung einer möglichen (eventuell freiwilligen) Rückführung
  • eine zukunftsorientierte, selbstverantwortliche und optimistische Lebenshaltung

Rechtliche Grundlagen:

Die interkulturelle sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) ist eine komplexe Hilfeleistung, bei der eine feste Bezugsperson der Familie über einen längeren Zeitraum Beratung und praktische Unterstützung in Bereichen des alltäglichen Lebens und bei persönlichen Beziehungen gibt.

  • KJHG §27 SGB VIII Hilfe zur Erziehung
  • KJHG §30 SGB VIII Erziehungsbeistandschaft
  • KJHG §31 SGB VIII Sozialpädagogische Familienhilfe
  • KJHG §36 SGB VIII Mitwirkung / Hilfeplan

Kontakt:

PASSARELLO

Judith Marz
Dipl. Sozialpädagogin (FH)
Systemische Therapeutin - Familientherapeutin
Tel.: 0821 / 51 99 66
judith.marz@elternfuerafrika.de